Ehrenamt: Wieso, weshalb, warum? Was bringt mir das?


Eine in der heutigen Zeit nicht zu unterschätzende Fragestellung, ehrenamtlich tätig zu sein.

 

Einer der wichtigsten Gründe für ehrenamtliche Tätigkeit ist das Bedürfnis zur gesellschaftlichen Mitgestaltung, das Bewusstsein, wenigstens oder gerade im Kleinen etwas bewirken zu können. Weitere wichtige Motive sind Freude an der Arbeit und die Möglichkeit zu netten anregenden Kontakten mit anderen Menschen, auch zu Menschen in verschiedenen Alters- und Bevölkerungsgruppen.

Die ehrenamtliche Tätigkeit verhilft zu neuen Erfahrungen, verhilft dazu, eigene Grenzen zu verschieben und vermittelt im besten Falle neue Kompetenzen und Kenntnisse. Neben dem Nutzen für andere oder das Gemeinwesen macht sie auch immer das eigene Leben reicher.

Das Ehrenamt kann einen angenehmen Ausgleich zur hauptberuflichen Arbeit darstellen.
Nun.... lassen wir die Mitglieder des Förderkreises zu dieser Fragestellung selbst zu Wort kommen!

Werner Tschöpe:

(1)   Warum bin ich in den Verein eingetreten (Motivation)?

Eher zufällig. Ich bin durch einen ehemaligen Arbeitskollegen auf die Arbeit in dem Förderkreis angesprochen worden. Gemeinsam mit meiner Frau haben wir bei einigen Veranstaltungen teilgenommen und mitgewirkt. Im Laufe der Zeit fanden wir Spaß an dieser ehrenamtlichen Tätigkeit und so durfte es keiner großen Überredungskunst uns zur Mitgliederschaft zu bewegen.

(2)   Was mache ich im Verein?

Ich bin seit 2009 Mitglied und seit 2011 Vorsitzender des Förderkreises und nehme mit den Mitgliedern des Vorstandes und des Beirates die Aufgaben wahr, die ein Vorstand eines eingetragenen Vereins gemäß gesetzlichen Vorgaben wahrzunehmen hat. Darüber hinaus planen und koordinieren wir mit der Heimleitung eigene Veranstaltungen des Heimes z.B. durch Ausgabe von Getränken, Verteilung von Essen oder fahren mit dem Bus – einschließlich Rollstuhlfahrern – in den Hamburger Hafen oder besuchen einen Park und trinken dort Kaffee. Da wir ein gemeinnütziger Verein sind, kommt den Finanzen eine besondere Bedeutung zu. Für die Schatzmeisterin und mich ist das eine ständige Herausforderung.

(3)   Was bringt mir meine Arbeit im Verein?

Ich muss eingestehen, dass ich mir diese Frage noch nicht gestellt habe. Vor meiner Pensionierung hatte ich mir vorgenommen, etwas Ehrenamtliches zu tun ohne eine Vorstellung zu haben, was! Nun unterstütze ich einen Verein, der etwas für unsere älteren, hilfsbedürftigen Menschen tut. Ist doch prima, oder? Die Termine sind weit im Voraus bekannt und wenn man mal nicht kann, ist es auch nicht schlimm. Die Zusammensetzung im Vorstand und Beirat ist hervorragend und außerdem kann ich nahezu alle Termine gemeinsam mit meiner Frau wahrnehmen. Es macht Spaß!

 

Ihr

Werner Tschöpe

Vorsitzender

 
   

Marga Bertram:

Seit dem 01.017.2006 bin ich Mitglied im Förderkreis „Gute Stube“. Ich wohne in Hamburg-Harburg. Ich werde immer wieder gefragt, wie kommst du nach Neu Wulmstorf zum Altenheim „PROVITA“? Seit 1983 kenne ich die Heimleiterin Frau Edinger. Sie war für einige Jahre meine Kollegin. Frau Edinger war Krankenschwester in dem Altenheim, wo auch ich 17 Jahre in der Verwaltung beschäftigt war. Meine Erfahrungen mit älteren Menschen habe ich dadurch erworben. Wir in der Verwaltung waren die ersten Ansprechpartner für die Heimbewohner. Sie kamen immer zuerst in die Verwaltung mit ihren Problemen. Ich habe nicht nur im Büro gearbeitet. Bei den Ausflügen und den Veranstaltungen im Heim war ich immer präsent und habe geholfen, wo immer es nötig war.

 

Seit 2000 bin ich im Ruhestand. Ich habe aber nie den Kontakt zum Altenheim verloren. Ich bin ehrenamtlich tätig geworden. Es ergaben sich immer wieder neue Herausforderungen. Eines Tages wurde ich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, die Buchhaltung für den Förderkreis „GuteStube“ zu machen. Bei der nächsten Mitgliederversammlung wurde ich zur Schatzmeisterin gewählt. Da alle zwei Jahre bei der Mitgliederversammlung ein neuer Vorstand gewählt wird, hat sich die Besetzung geändert. Nur ich bin als Schatzmeisterin seit 2007 immer noch dabei.

 

Es wurden viele Veranstaltungen und Ausflüge mit den Bewohnern gemacht, dadurch habe ich die Bewohner kennen gelernt. Auch die Arbeit im Vorstand macht mir weiterhin Freude und ich bin noch mitten drin. Ich werde auch in Zukunft das zu Verfügung stehende Budget sorgsam verwalten, damit wir noch viele Veranstaltungen und Anschaffungen etc. Zum Wohle der Bewohner ausführen können.

 

Ihre Marga Bartram

Schatzmeisterin


Peter Holin:

Meine Verbindung zum Seniorenpflegeheim PROVITA begann wie bei fast allen Mitgliedern des Fördervereins, weil ein enges Familienmitglied Bewohner des Pflegeheims wurde. In meinem Fall waren es sogar zwei: Zuerst die Schwiegermutter, dann später meine Mutter. Mir gefiel, mit welch einem Engagement die Mitarbeiter sich um die Bewohner kümmerten und wie aktiv sie von vielen Ehrenamtlichen unterstützt wurden. Ein Förderkreis mit Mitgliedern, die ebenfalls alle persönliche Bindungen zu PROVITA hatten, ermöglichte den Bewohnern zusätzliche Aktivitäten, die über den Rahmen der Pflegeheimmöglichkeiten hinaus ging.

 

Meine Frau Marita wurde bereits 2005 Mitglied des Fördervereins und brachte sich bei vielen Veranstaltungen aktiv als Helferin oder Organisatorin mit ein. Dabei war ich oft dabei und das animierte mich dann am 1.1.2008 ebenfalls Mitglied zu werden.

 

Nun ergab sich Ende 2008, dass ein Beiratsmitglied des Vorstandes wegen Umzugs ausscheiden musste und der ehemalige 1. Vorsitzende, Herr Gerhard Kilb, trat an mich heran, ob ich nicht die Nachfolge antreten könnte.

 

Ich war dazu gern bereit und wurde am 25. März 2009 auf der Jahreshauptversammlung des Förderkreises einstimmig vom Plenum gewählt; denn ich war der einzige Kandidat.

 

Seitdem bin auch ich in alle Planungen und Durchführungen für die verschiedenen Veranstaltungen, die der Förderkreis für die Bewohner finanziert, fest mit eingebunden. Meine guten Verbindungen zum Freilichtmuseum am Kiekeberg ermöglichten dort seit mehreren Jahren speziell auf alte und behinderte Menschen zugeschnittene Besuche und musikalisch versuche ich zusammen mit meiner Frau und einem guten Bekannten, den Bewohnern etwas Freude in ihren Alltag zu bringen.

 

Die Belohnung für einen Einsatz in diesem sensiblen Ehrenamtsbereich ist immer wieder die große Dankbarkeit der Bewohner.

 

Peter Holin

Beiratsmitglied                  


Marita Holin:

Meine Verbindung zum Seniorenheim PROVITA begann 2003. Meine Mutter bezog als Pflegefall diese Einrichtung. Ich besuchte sie dort täglich und bekam so einen guten Einblick über das tägliche Geschehen. Ich sah, wie intensiv sich die Heimleitung um die Belange der Bewohner kümmerte und bekam auch mit, dass dort ein Förderverein sehr engagiert etwas für die alten Leute tat.

 

Als meine Mutter 2005 verstarb, bot ich mich an, zukünftig ehrenamtlich beim Förderverein mitzuwirken. Ich wurde dann Mitglied im Förderverein und etwas später trat auch mein Mann dem Verein bei.

 

Seitdem bin ich an vielen Aktionen der „Guten Stube“ (so heißt unser Verein) beteiligt. Ich begleite Ausflüge, stelle für den jährlichen Bazar mit den Bewohner Pralinen her und half bei großen Veranstaltungen im Heim dem Personal bei der Betreuung der Bewohner. Zur Weihnachtszeit ist das von mir und meinem Mann musikalisch begleitete Adventsfest schon Tradition.

 

Mein Mann war inzwischen Mitglied des Beirates im Förderverein und später wurde auch ich hineingewählt. Inzwischen bin ich zur stellvertretenden Vorsitzenden aufgerückt und meine Aufgaben sind damit auch gewachsen.

 

Es macht mir nach wie vor Freude, mich für die Bewohner einzusetzen und die Arbeit im Vorstand bringt mir Spaß. Man wird oft gefragt, was einen zu diesem Engagement bringt.

 

Ich mache diese Aktivitäten nicht, damit es nur mir etwas bringt, sondern ich will Schönes mit anderen erleben und freue mich auch über gute Gespräche mit den Bewohnern.

 

Solange das so weiter geht, werde ich weitermachen und mich voll einbringen.

 

Ihre

Marita Holin


Uta Schremser:

Sie fragen mich, warum ich mich im Förderkreis (bzw. im Heim) ehrenamtlich einbringe. In diesem Kreis kann man über die Grenzen dessen, was ein Heim normalerweise leisten kann, für die Bewohner etwas erreichen. Das findet natürlich immer in Übereinstimmung mit den Verantwortlichen im PROVITA statt. Ich möchte,  und das sind ja sowieso die Wünsche des Hauses, dass sich hier möglichst alle angenommen fühlen, gut versorgt sind und sofern es geht, in größerem Umfang am Leben teilnehmen.

 

Was ich hier mache?

Ich versuche, mich z.B. bei Ausfahrten und Veranstaltungen hier vor Ort als Begleitung oder Bedienung einzubringen. Außerdem veranstaltet der Förderkreis einmal monatlich einen „Dämmerschoppen“. Es ist jedes Mal schön, wenn wir möglichst viele dazu animieren können, mit uns etwa 2-2 ½  Stunden einen gemütlichen Klönschnack im PROVITA´s zu halten, bei Knabberkram und Getränken. Dazu treffen sich Bewohner vom Heim und Betreutem Wohnen, sowie Mitglieder des Förderkreises, bzw. Interessierte.

 

Achja, im März 2013 bin ich als Beisitzerin des Vereins gewählt worden. Dazu freue ich mich immer noch sehr. Denn ich habe das Gefühl, damit Allen und Allem etwas näher zu sein und damit besser informiert.

 

Was es mir bringt, möchten Sie wissen. Nun, eine ganze Menge. Eigentlich bin ich immer ein sehr zurückhaltender Mensch gewesen, der sich selbst genug war. Das habe ich wenigstens von mir geglaubt.

 

Ich freue mich, von so vielen, lieben Menschen anerkannt und aufgenommen zu werden! Im Provita fühle ich mich wohl.  Das wünsche ich jedem – und auch dafür möchte ich mich einsetzen.

 

Herzlichst

Ihre Uta Schremser


Werner Soltysiak:

Im Jahr 2003 wurde meine Mutter plötzlich pflegebedürftig und musste als Pflegefall im Seniorenheim PROVITA „Am Marktplatz“ aufgenommen werden.

 

Meine damaligen Kenntnisse über Pflegeheime waren gleich Null. Durch die Besuche bei  meiner Mutter lernte ich die Tagesabläufe im Heim kennen. Dabei konnte ich feststellen, dass eine Gruppe von Personen, die offensichtlich nicht der Belegschaft des Heimes angehörten, auf die Bewohnerschaft zuging und sich mit ihr beschäftigte. Ich stellte mir bald die Frage, „Wer sind diese Leute und was tun sie?“

 

Schon bald bekam ich auf diese Frage eine Antwort. Da auch der Verein durch meine häufigen Besuche im Heim auf mich aufmerksam geworden war, wurde ein Kontakt zu mir geknüpft und man lud mich zur anstehenden Jahreshauptversammlung im Januar des Jahres 2004 ein. Der Verein nannte sich damals noch Freundeskreis „Gute Stube“.

 

Während dieser Mitgliederversammlung wurde mir schlagartig klar, dass auch ich im Verein gebraucht werde, denn der Verein hatte nur wenige Mitglieder und zu dieser Jahreshauptversammlung waren gerade mal 10 Mitglieder erschienen. Ich war damals auch bereit, im Verein mitzuarbeiten. Ich wurde durch die Versammlungsteilnehmer in den Beirat der Vereinigung gewählt.

 

Ich habe diesen Schritt nie bereut. Ich bin stolz auf das, was aus unserem gemeinnützigen Verein (neu: Förderkreis Gute Stube e.V.) geworden ist.

 

Durch gemeinsame Anstrengungen haben wir unseren Mitgliederbestand auf jetzt 120 Personen erhöhen können. Wir haben Veranstaltungen ins Leben gerufen, die äußerst öffentlichkeitswirksam sind. Hervorzuheben sind dabei der große Flohmarkt auf dem Marktplatz zum Heimgeburtstag und unsere Tombola am ersten Adventswochenende.

 

Bei diesen Veranstaltungen erwirtschaften wir Gewinne, die wir dann an die Bewohnerschaft weitergeben.

 

Mit den Einnahmen aus den Mitgliederbeiträgen, den Erträgen aus den Großveranstaltungen und vielen Spendengeldern sponsern wir Veranstaltungen im Pflegeheim. Wir planen eigene Veranstaltungen und führen diese auch durch. Darüber hinaus leisten wir finanzielle Hilfe, wenn Bewohner in Notlagen geraten sind.

 

Viele Dinge, die die Pflegeeinrichtung nicht leisten kann, erledigen wir. Für das freundliche Gespräch, den musikalischen Besuch am Pflegebett oder auch die Erfüllung von Wünschen nach frisch gebackenem Blechkuchen oder dem Kartoffelpuffer aus der Pfanne, sind wir da.

 

Bei Veranstaltungen, die vom Haus angeboten werden, bin ich als Helfer dabei. Meine besonderen Einsätze finde ich in der Organisation und Durchführung von Umbüdelabenden und Kinonachmittagen.

 

Seit Januar 2005 nehme ich auch die Funktion des Schriftführers in unserem Verein wahr.

 

Für meinen Einsatz benötige ich keine großen Dankesreden, ich freue mich allein über das Strahlen in den Augen unserer Bewohnerinnen und Bewohner, wenn ich ihnen etwas Gutes anbieten konnte. Die Freude der Bewohnerinnen und Bewohner ist der allergrößte Dank, den ich erhalten kann.

 

Ich hoffe, dass ich noch viele Jahre erfolgreich in unserem Verein mitarbeiten kann!

 

Werner Soltysiak

Beiratsmitglied